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Bienenschutz braucht Mut, andere Wege zu gehen  (Archiv) 
Archiviert: 21.03.2013
Wenn Rapool sagt, in der Praxis sei nie ein Bienenunfall im Zusammenhang mit Neonic-Beizen passiert, dann stimmt das nicht!


2002 gab es einen Versuch in Österreich, weil man dort große Bedenken wegen der neuen Clothianidin-Beizen des Winterrapses hatte. Dieser Versuch (und andere) von Dr. Christian Wurm bestätigte, dass mit Beginn der Rapsblüte große Flugbienenverluste einhergingen.

Dieser Versuch war unter anderen auch Thema auf dem APISTICUS-Tag in Münster 2003.
Das Video zu dieser Tagung gibt es noch und ist nach heutigem Wissen sehr interessant.
2004 wurden von mir Bienenvölker aus der Winterrapstracht in die bereits seit Tagen laufende Lecanientracht zu den anderen Völkern gestellt. Also praktisch nebenan! Die Völker, welche nicht im Raps waren, hatten jeden Tag fleißig Lecanienhonig gesammelt, und das über mehrere Wochen auch noch danach! Die Völker aus dem Raps suchten nur in den Himbeeren und im Ginster rum. Kein einziges Gramm Waldhonig gab es von ihnen, selbst Wochen später nicht.
Dazu gibt es Waagstockprotokolle und genügend Zeugen. Diese Rapsvölker wurden immer kleiner und im Frühjahr 2005 waren diese Raps-Bienenvölker alle tot, die anderen haben alle überlebt! Eigenartig, würde man jetzt denken? Nun, dem ist nicht so:

2005 sind andere Imker aus meinem Verein dort hin an meine Rapsplätze. Ihre Völker sind auch nicht über den Winter gekommen. Immer noch eigenartig?

Im gleichen Jahr haben andere Imker an völlig anderen Rapsstandorten im Schwäbischen Wald die gleichen Beobachtungen gemacht, wie ich 2004.
Dort war dann auch Dr. Liebig von Hohenheim hinzugerufen worden. Er und auch andere waren sehr sprachlos über diesen Effekt, dass Rapsbienenvölker die reichliche Lecanientracht nicht finden. Auch diese Völker erblickten den Frühling nicht.

2006 machte Hohenheim mit Dr. Liebig dort, an meinen Rapsstandorten einen Versuch. Keiner weiß bis heute das Ergebnis, warum wird uns dies immer noch vorenthalten? Etwa, weil es nicht ins Bild passt? Könnte man schon meinen.

Noch etwas zum Hintergrund. Diese Erfahrungen wurden nicht mit ein oder zwei Bienenvölkern gemacht - nein, es waren fast immer Gruppen mit 20-30 Völkern! Bei mir waren es insgesamt 73 Völker 2004 und 2005 im Schwäbischen Wald waren es etwa unter 100 Völker, an denen diese Beobachtungen (Orientierungsstörung) gemacht wurden. Dr. Wallner (Hohenheim) sprach mich dann lange Zeit später an, warum ich ausgerechnet in dieses Gebiet einwandern würde, wo es doch auf der anderen Talseite deutlich bessere Honigerträge geben würde!?

Jetzt stellt sich für mich natürlich die ganz große Frage: Warum hatte die INRA überhaupt zur Orientierung Versuche gemacht? Weil sich Imker auch in Frankreich mehrfach genau darüber beschwert haben, was auch hier in Deutschland beobachtet wurde und darüber berichtet wurde:
Mit dem kleinen Unterschied, dass in Frankreich wirklich nach den Gründen gesucht wurde und hier in Deutschland mir und anderen imkerliche Unfähigkeit attestiert wurde!

Dass die INRA und auch andere wie Christoph Schneider (+ über 30 weitere Studien) uns dann erst Jahre später bestätigten, dass die Neonic-Beizen am Raps doch für Orientierungsstörungen sorgen, liegt
nicht an uns Imkern!
Im Gegenteil: Wir haben früh genug gewarnt.

Bienenschutz heißt auch Verantwortung!

Und genau da gibt es bei den Neonics große Lücken - und diese gilt es jetzt zu schließen!

Als Insegar auf den Markt kam, war es in etwa das gleiche: Aufmerksame Imker bemerkten recht bald die Brutschäden und erkannten auch schnell den Zusammenhang mit den neu eingesetzten Häutungshämmern, die zuerst als B4 eingestuft waren. Dennoch hat sich die damalige BBA extrem gesträubt und jahrelang alles von sich gewiesen. Heute wissen wir, dass man sich damals sehr getäuscht hatte.

Letztlich war es ein großer Verdienst derer, die von Anfang an sehr hartnäckig dagegen ankämpften. Doch viele Bienenvölker mussten erst mal zugrundegehen, bis man aufwachte.

Für die Region im "Alten Land" war es das zweite Mal jedoch zu spät, denn seit Jahrzehnten müssen die Obstbauern dort sehr viel Geld hinlegen, dass Imker ihre Bienen überhaupt noch dort hinbringen, weil dort im "alten Land" nahezu alle Imker das Vertrauen in den Bienenschutz total verloren hatten und mit dem Imkern einfach aufgegeben haben.

Braucht es noch weitere Belege für Bienenschutzverletzungen?

Wie war es denn, als man mit den Tankmischungen begann?

Auch 2008 ist so eine Geschichte.

Bienenschutz braucht Mut, andere Wege zu gehen

Ein Aufwiegen des Bienenschutzes gegenüber den Neonic-Beizen als alternativlos hinzustellen, braucht eigentlich keine Diskussion!

Das Argument, dass die Beizen ein besserer Bienenschutz seien, als Applikationen, kann auch nicht stimmen, denn sonst müssten ja von der Logik her alle PSM mit B4 Einstufungen neu hinterfragt werden. Und ohne die Beizen muss nicht unbedingt zwangsweise "mehr" gespritzt werden!

Zudem ist Clothianidin um einen Faktor giftiger für Bienen, der alle normale Vorstellungen sprengt:

7.700 mal giftiger als DDT!

So lange blüht keine Raps-Sorte, um diese Giftmengen zu applizieren


Grüßle

Christoph Koch
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund

http://www.berufsimker.de

Christoph Koch, 19.02.2013

Thema: Bienesterben

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Leser-Beiträge

* Es ist die Gier!
(Von: Webuser:Siegfried Wehrle Überlingen am 02-03-2013 18:32:42)    Antwort   
Danke Christoph, für die verwertbaren Fakten! ich wurde zum Bienenschutzausschuss eingeladen, rate mal wer als Redner geladen war? Fred Klockgether, Monheim:
Vorstellung des „Bee Care Program“ der Fa. Bayer
„Varroa-Reinfektion“ – Bienenschutz durch Langzeittheraphie
Meine Haare auf den Zähnen haben sich aufgestellt! Auf die Frage: Bayvarol Resistenzen? Denn Bayvarol ist im von Ihm vorgestellten Konzept drin! Seine Antwort klar NEIN! Da mein Kessel nach dem Vortrag schon unter Druck war, habe ich ihm Vorwürfe gemacht und nach der Verantwortung gefragt. Eine Antwort gab es natürlich nicht, im Protokoll ist auch nichts zu finden. Die anwesenden Imker waren auch zufrieden. der Leitter des KBO hat dann eine bessere Frage gestellt, und alles war wieder gut!Ich glaube ich bin im falschen Film!!
Arroganz, Lüge, Entzug der körperlichen Unversehrtheit, durch Vergiftung, alles nicht so schlimm!
Viel schlimmer ist es wenn mehr Hühner auf dem m² gehalten werden, auch nicht richtig., aber der Verbraucher ist betroffen! Dass der Bauer bei dem Preisdruck dazu gezwungen wird, davon hat man nichts gehört! Wir Menschen lassen uns lieber von Großkonzernen vergiften, wie von einem Eiererzeuger um 50Cent bescheissen!
Christoph ich wünsche Dir ein gutes Auswintern, gute Standplätze, volle Eimer, Spaß mit deinen Mädels und vor allem weniger Ärger!
Der Siggi vom Bodensee



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