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Rückgang der Bienenvölker: Neonikotinoide sind wesentlicher Faktor  (Archiv) 
Archiviert: 27.01.2013
Biene Österreich: Generaldirektion für interne Politiken des Europäischen Parlaments legt Report zu wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Einfluss von neonikotinoiden Pestiziden auf Bienen und Bestäuber


(Wien) Im Dezember 2012 ist ein umfassender Report des Europäischen Parlaments zur Problematik der neonikotinoiden Pestizide auf die Bienengesundheit veröffentlicht worden. Der Report gibt eine Übersicht über den Einsatz der Neonikotinoide und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über ihren Einfluss auf die Entwicklung und das Überleben von Bienen.

Die Ergebnisse des Reports
• Der Rückgang der Bienenvölker hat multifaktorielle Gründe, aber der Einsatz der Neonikotinoide wird in den aktuellen wissenschaftlichen Studien immer häufiger als wesentlicher Faktor angesehen.
• Neonikotinoide haben eine hohe akute Toxizität auf Honigbienen, aber auch die chronische Kontamination der Bienenvölker mit subletalen Dosen kann ernste negative Effekte verursachen. Diese reichen von Verhaltensstörungen, Problemen mit der Orientierung, verringertem Lernvermögen, schlechterer Sammelleistung bis zur Reduktion der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Parasiten. Die Maßnahmen zur Verringerung des Risikos für Honigbienen auf EU- und nationaler Ebene konzentrieren sich auf die Reduktion des Risikos einer akuten Vergiftung der Bienen. Sie berücksichtigen jedoch nicht das Risiko einer chronischen Kontamination mit subletalen Dosen.
• Daher hat die Europäische Kommission die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit der Neubewertung der Tauglichkeit des Risikomanagements für Bienen beauftragt. Der Bericht wird für das Jahresende 2012 erwartet.

Schlussfolgerung des Berichtes ist eindeutig
Die Schlussfolgerung im Bericht des Europäischen Parlaments ist eindeutig: Solange es aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Forschung klare Evidenzen über die negativen Einflüsse der neonikotinoiden Pestizide auf Honigbienen und andere Bestäuber gibt, müssen die Grundsätze der EU Verordnung 1107/2009 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln berücksichtigt werden. Mit dieser Verordnung soll ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt gewährleistet werden. Das Vorsorgeprinzip sollte angewandt und sichergestellt werden, dass die Industrie den Nachweis erbringt, dass Stoffe oder Produkte, die erzeugt oder in Verkehr gebracht werden, keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch oder Tier oder keine unannehmbaren Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Der nun zu erwartende Bericht der EFSA wird die Basis für die Entscheidung legen, ob oder mit welchen Auflagen Neonikotinoide zukünftig eingesetzt werden können.

Rückfragehinweis: Biene Österreich: DI Christian Boigenzahn, Tel.: 01-334172170
http://www.biene-oesterreich.at

redimker, 20.12.2012

Thema: Bienesterben

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