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MELISSA-Abschlussberichts zeigt: Umfangreicher Einsatz verbotener Pestizide  (Archiv) 
Archiviert: 26.12.2012
Eine Analyse der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) veröffentlichten „MELISSA“-Abschlussberichts durch die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und einen betroffenen Imker kommt im Rahmen einer Pressekonferenz zu folgenden, wenig erfreulichen Ergebnissen:


1. Das Bienensterben geht ungebremst weiter

Die Behauptung der AGES, die sogenannten „risikominimierenden Maßnahmen“ (Verbesserung der Beizqualität und der Aussaattechnik) würden zu einem signifikanten Rückgang des durch gebeiztes Saatgut verursachten Bienensterbens führen, steht im Widerspruch zu den Ergebnissen des MELISSA-Projekts. „Anstatt endlich auf eine konsequente Fruchtfolge – die zweifellos wirksamste Maßnahme gegen den Maiswurzelbohrer – zu setzen, scheint die AGES an dem eingeschlagenen Weg der „risikominimierenden Maßnahmen“ festhalten zu wollen und versucht nun, diesen mithilfe von Zahlenspielereien schön zu rechnen“, sagt Helmut Burtscher, Pestizid-Experte von GLOBAL 2000.

Konkret argumentiert die AGES, dass der Anteil der Bienenstände mit positivem Rückstandsnachweis in den drei Versuchsjahren von 2009 bis 2011 statistisch signifikant rückläufig sei. „Bei genauerer Betrachtung erweist sich dieser „Anteil belasteter Proben“ jedoch als ein willkürlich errechneter Quotient aus positiv analysierten und negativ analysierten Verdachtsproben, mit geringer Aussagekraft. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der Bienenstände, die im Rahmen des „MELISSA“-Projekts positiv auf neonicotinoide Saatgutbeizen getestet worden waren, von 2009 bis 2011 kontinuierlich angestiegen, und zwar von 25 im Jahr 2009 auf 66 im Jahr 2010 und 71 belasteten Bienenständen im Jahr 2011“, führt Burtscher aus. Roland Netter, betroffener Imker aus Niederösterreich, ergänzt: „Ich beobachte bei meinen Bienenvölkern nun schon das dritte Jahr in Folge Vergiftungen durch gebeiztes Mais-Saatgut. Das haben die Untersuchungen im Rahmen des MELISSA-Projekts nun auch offiziell bestätigt. Einen positiven Effekt der sogenannten risikomindernden Maßnahmen kann ich daher nicht entdecken. Untersuchungen aus Italien haben überdies gezeigt, dass Neonicotinoide auch in Mengen unterhalb der analytischen Nachweisbarkeit Bienen schädigen können, indem sie ihre Krankheitsanfälligkeit erhöhen. In Italien sind diese Mittel seit 2009 verboten.“

2. Illegale Pestizide in Österreich verbreitet im Einsatz

Ein völlig unerwartetes und erschreckendes Ergebnis des MELISSA-Projekts ist der Nachweis von fünf bereits lange verbotenen, für Mensch und Umwelt gefährlichen Pestiziden in den Bienenproben: Parathion, Phosalone, Metolachlor, Diphenylamin und Chlorfenvinphos. Gefunden wurden diese illegalen Pestizide in insgesamt neun Bienenproben aus Niederösterreich, drei Proben aus Oberösterreich und fünf Proben aus dem Burgenland. Allein im Jahr 2011 wurde 17 Mal ein illegales Pestizid in Bienenproben nachgewiesen. „Es scheint, als hätte das MELISSA-Projekt ganz nebenbei einen riesigen Pestizidskandal aufgedeckt“, sagt Burtscher. „Denn die Tatsache, dass praktisch jeder zehnte Pestizidnachweis in den Bienenproben ein verbotenes Pestizid zu Tage fördert, deutet auf einen systematischen und breiten Einsatz illegaler Pestizide in Österreich hin.“

Vor diesem Hintergrund hat GLOBAL 2000 heute früh entsprechende Sachverhaltsdarstellungen über den Nachweis illegaler Pestizide und über Bienenschäden durch neonicotinoid gebeiztes Saatgut an die zuständigen Behörden in den betroffenen Bundesländern übermittelt.

GLOBAL 2000 fordert, dass das Landwirtschaftsministerium endlich die richtigen Konsequenzen aus den Ergebnissen des MELISSA-Projekts zieht und zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber die Verwendung neonicotinoider Mais-Saatgutbeizen verbietet. Weiters müssen die zuständigen Behörden die offenbar gewordene weiträumige Anwendung von illegalen Pestiziden dringend unterbinden. „Wir fordern strengere Kontrollen, damit diese für Mensch und Natur gefährlichen und daher in Europa schon lange verbotenen Pestizide nicht auf unseren Feldern landen“, sagt Burtscher abschließend.


Quelle dieser Meldung:
http://www.stadtimker.com/index.php?i=News



GLOBAL 2000, 10.12.2012

Thema: Bienensterben

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