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Das Buch könnte ein Krimi sein  (Archiv) 

Archiviert: 30.01.2012
Es geht um Vergiftung und Tod, um Macht und Gewinn


In seinem neuen Buch "Das Ende der Artenvielfalt" belegt der holländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes den Zusammenhang zwischen dem großräumigen Einsatz von Pestiziden und dem Rückgang zahlreicher europäischer Vogel- und Insektenarten. Die Agrochemikalien vergiften Käfer, Bienen, Fliegen, Schmetterlingen und Motten. Hierdurch wird der Bestand vieler Vogelarten gefährdet, da mit den Insekten eine Hauptnahrungsquelle wegfällt.

Hauptverantwortlich für diese Entwicklung sind Ackergifte aus der Gruppe der Neonikontinoide. Weltmarktführer für Produkte dieser Substanzklasse ist die Firma Bayer CropScience in Monheim bei Leverkusen. Der Wirkstoff Imidacloprid gilt als meistverkauftes Pestizid weltweit; die Bayer AG erlöste damit allein im vergangenen Jahr 600 Millionen Euro. Das ebenfalls von Bayer produzierte Clothianidin hatte vor zwei Jahren das großflächige Bienensterben in Süddeutschland verursacht.

Dr. Tennekes fordert ein unverzügliches Verbot der Mittel: "Das Risiko von Pestiziden wie Imidacloprid und Thiacloprid wird enorm unterschätzt. Die Firma Bayer ist verantwortlich für eine drohende Umweltkatastrophe. Ein Verbot neonikotinoider Insektizide ist aus meiner Sicht dringend erforderlich, um weitere Bienen- und Vogelsterben abzuwenden."

Philipp Mimkes vom Umweltverband Coordination gegen Bayer-Gefahren, der seit langem mit Dr. Tennekes kooperiert, ergänzt: "Wir freuen uns, dass dieses wichtige Buch nun auch auf Deutsch vorliegt. Schon seit den 90er Jahren ist bekannt, dass Neonikotinoide für den weltweiten Rückgang von Bienenpopulationen mitverantwortlich sind. Doch trotz der Verbote in Frankreich, Deutschland und Italien exportiert Bayer die Wirkstoffe in mehr als 100 Länder. Wegen der riesigen Umsätze wird der Konzern von sich aus keinen Verkaufsstopp vornehmen - hier helfen nur rigorose Verbote!"

Das vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) herausgegebene Buch wird durch ganzseitige Bilder des Künstlers Ami-Bernard Zillweger illustriert. Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, schreibt in seinem Vorwort: "Der BUND verfolgt das Ziel, dass alle für Mensch und Umwelt gefährlichen Neonikotinoide alsbald vom Markt genommen werden. In diesem Sinne wünsche ich, dass dieses Buch viele wichtige Argumente im Kampf gegen gefährliche Pestizide liefern kann."

"Das Buch könnte ein Krimi sein. Es geht um Vergiftung und Tod, um Macht und um Gewinn", beginnt eine längere Rezension des Buches von Susan Haffmans vom Pestizid-Aktions-Netzwerk. "Doch was der niederländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes in seinem Buch ,The systemic insecticides: a disaster in the making' beschreibt, ist keine Fiktion. Es geht um die erheblichen negativen Auswirkungen einer Gruppe von Pestiziden, der sogenannten Neonikotinoide, auf die belebte Umwelt. Tennekes macht die wissenschaftlichen Erkenntnisse hierüber öffentlich, und er klagt an: Neonikotinoide verschmutzen unsere Gewässer, schädigen zahlreiche Insektenarten und tragen so zu dem dramatischen Rückgang an Vogelpopulationen in Europa bei."

Rezension von Susan Haffmans und Vorwort von Prof. Hubert Weiger in der Zeitschrift Kritische Ökologie:
http://www.cbgnetwork.org/downloads/RezensionTennekesKritischeOekologie.pdf

Bestellung:
http://www.bundladen.de/shop/tierschutz/buecher/zurueck/buecher-4/produkt/das-ende-der-artenvielfalt/

Peter Kleinert, 31.12.2011

Thema: Bienesterben

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