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Bienensterben durch Mais?  (Archiv) 

Durch die Verwendung von Beiz- und Spritzmitteln in der Landwirtschaft sollen zahlreiche Bienen getötet worden sein. Foto uth
Archiviert: 05.11.2011
Kreis Cuxhaven. Das Cuxland ist Maisland. Soweit das Auge reicht, stehen die meterhohen Energiepflanzen. Umweltschützerin Sybilla Keitel ist schockiert: „Die Landschaft ist eine öde Maismonokultur“, sagt die ehemalige Bremerhavenerin und warnt vor dem „Teufelszeug“. Artensterben, Oberflächenwasserverseuchung und Erodierung der Böden sieht sie als Folgen des Anbaus. Die Landwirtschaft wehrt sich gegen die Vorwürfe.


In der Uckermark hat Keitel aus einem Tümpel, der von Maisfeldern umgeben ist, eine Wasserprobe entnommen und diese im Labor analysieren lassen. „Das Oberflächenwasser ist mit Pestiziden hoch verseucht“, sagt die Berliner Studienrätin, die in Bremerhaven und Langen aufgewachsen ist. Keitel, die sich in ihrer Freizeit dem Kampf gegen die „Vermaisung“ der Landschaft verschrieben hat, meint, dass man das Ergebnis auch auf den Landkreis Cuxhaven hochrechnen kann. „Das Wasser wird nur auf Eutrophierung untersucht, das heißt Nitrate, Phosphor, nie aber auf Pestizide“, sagt sie. Ob Seen, Flüsse und Tümpel im Landkreis einen erhöhten Wert an Pestiziden aufweisen, kann nicht gesagt werden. „Der Landkreis ist groß. Das Oberflächenwasser wird nicht regelmäßig beprobt“, so Andreas Lesch, Leiter des Amtes für Wasser- und Abfallwirtschaft im Landkreis Cuxhaven.


„Artenvielfalt bedroht“

Doch nicht nur deshalb sieht Keitel die Verwendung der Beiz- und Spritzmittel in der Landwirtschaft kritisch. Die Artenvielfalt sei bedroht, Bienen würden beispielsweise sterben. Und tatsächlich: „In den vergangenen Jahren hat es 50 bis 70 Prozent der Bienen durch die Verwendung von Beiz- und Spritzmittel dahingerafft“, sagt Hans-Dietmar Auweiler, Vorsitzender des Kreisimkervereins Cuxhaven. Jedoch läge das an der Landwirtschaft allgemein. „Das schlimme am Maisanbau ist die Verarmung der Natur“, sagt der Berufsimker aus Frelsdorf. „Der Mais raubt den Bienen die Nahrungsgrundlage. Blühstreifen würden als Ergänzung nicht ausreichen. Hinzu komme, dass durch den Mais weniger Zuckerrüben angebaut würden. Zucker bräuchte er, um die Bienen zu füttern. „Als ich im Supermarkt 1500 Kilogramm Zucker kaufen wollte, konnte mir der Marktleiter diesen nicht geben, weil er rationiert sei“, erzählt Auweiler.

Dass die Landwirte mit dem Anbau von Mais für Biogasanlagen durch das Erneuerbare Energien Gesetz mehr Geld verdienen, weiß Auweiler. Keitel sieht vor allem in den Subventionen eine Ursache für die „Vermaisung“. Und auch Uwe Baumert, Experte für Bioenergie vom Naturschutzbund Niedersachsen, sieht die Schuld nicht bei den Landwirten, sondern in der Politik. Der Experte steht dem Maisanbau ablehnend gegenüber. „Er hat gravierende Folgen für die Umwelt“, sagt Baumert, „wie zum Beispiel für Kiebitz oder Schleiereule.“ Die immer weniger werdenden Grünlandflächen würden den Tieren ihren Lebens- und Jagdraum nehmen. „Von 2001 bis Ende 2010 hat der Landkreis Cuxhaven 28 Prozent an Grünland verloren. Schwerpunktmäßig an den Mais“, sagt Baumert.

„Im Landkreis wurden 2011 35 000 von 55 000 Hektar Ackerfläche mit Mais bepflanzt“, sagt Jan Heusmann, Vorsitzender des Landvolkes Wesermünde. „Der größere Teil wird für die Viehfütterung verwendet.“ Doch auch im Cuxland nimmt der Bau von Biogasanlagen zu, dafür werden größere Flächen Mais benötigt.


Warnung vor Glyphosat

Keitel warnt auch vor dem Herbizid Glyphosat, das gegen Unkraut eingesetzt wird. Das Landvolk verweist darauf, dass man auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln nicht verzichten könne, „die Anwendung von Glyphosat zählt aber nicht zur Standardmaßnahme“, so Heusmann. Der Vorsitzende weiß, dass der Maisanbau kritisch gesehen wird. Dabei brauche die Pflanze im Gegensatz zu anderen weniger Pflanzenschutzmittel. „Beim Mais werden nur Herbizide eingesetzt“, sagt Heusmann. Außerdem stände die Landwirtschaft immer mehr unter Kontrolle beispielsweise durch das Pflanzenschutzamt. Der Mais sei eine hervorragende Futterpflanze und komme gut mit den Witterungsverhältnissen klar. Unter den Landwirten gelte er als gesunde Frucht.

Ein weiteres Problem ist die Erodierung der Böden. Nach der Ernte liegt der Boden frei. „Durch Wind und Regen verliert er die Humusschicht und trocknet aus“, erklärt Baumert. „Auf den Flächen muss etwas wachsen, damit der Boden hält.“ Abwechslung auf den Feldern wäre auch für den Tourismus attraktiver. Denn die „Vermaisung“ beeinflusse das Landschaftsbild negativ. Denn zurzeit sähen Touristen fast nur Mais – soweit ihr Auge reicht.

Anja Levien, 06.10.2011

Thema: Bienesterben

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