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Biogasanlagen bedrohen die Bienen  (Archiv) 

Den Bienen fehlt die Nahrung, Völker sind in der Existenz bedroht: Tausende fleißiger Honigmacher erleiden ein stilles Drama, auf das Johann Wirich, Bräunlinger Imker und Vorsitzender des Imkervereins Baar-West, hinweisen will, bevor es aus seiner Sicht zu spät ist. Foto: Beathalter
Archiviert: 30.03.2011
Als umweltfreundlich geltende Energieerzeugung verändert laut Züchtern die Baar-Landschaft und raubt Tieren Nahrungsgrundlage.


Die Bienen, gerade im Frühjahr zu Tausenden unterwegs, liebenswerte Geschöpfe mit Schlüsselstellung in der Natur, emsige Schaffer im Blütenmeer, sind aus mehreren Richtungen in ihrer Existenz bedroht. So führen Imker auf der Baar seit rund zehn Jahren eine Liste der Leiden. Sie handelt von Schädlingen sowie vom Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Monokulturen der Landwirtschaft.

Das jüngste Drama bescheren den Bienenvölkern die Biogasanlagen. Denn diese als umweltverträglich gelobten Energieanlagen haben Schattenseiten. Sie verändern die Landschaft der Baar und entziehen den Bienen die Nahrungsgrundlage. Davon jedenfalls sind die Imker überzeugt.

"Die ganzjährige Versorgung der Bienen ist nicht mehr gewährleistet", stellen die Imker aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis in einer aktuellen Bilanz fest. Und davon will sich nun auch der Freiburger Regierungspräsident Julian Würtenberger am heutigen Donnerstag bei einem Besuch auf der Baar einen Eindruck verschaffen.

Auch die Baar wird also zunehmend ihr Gesicht verändern. Immer mehr Maisfelder werden angelegt, weil Mais sich ertragreich in Methangas umwandeln lässt. Wiesen und Grünland mit weidenden Kühnen, einst ein Markenzeichen der Baar, werden inzwischen mehrfach gemäht und gedüngt, damit sie mehr Biomasse für die Fermenter der Biogasanlagen liefern und damit mehr Energie hergeben. An Blumen, Blütenständen und Pollen scheinen die Bauern nicht interessiert zu sein. Die Biogasanlagen brauchen Material, das als Energierohstoff dient.

So beginnen die Bienenvölker schon im Sommer zu hungern, wenn der Imker nicht zufüttert, so die Kritik der Imker im Landkreis. "Der Löwenzahn blüht noch, da werden die Wiesen schon großflächig gemäht. Vor allem seit Aufkommen der Biogasanlagen vergrünen die landwirtschaftlichen Nutzflächen zunehmend, nur noch eine grüne Wüste für die Bienen."

Kritik entzündet sich auch an den Rapskulturen. Waren noch vor zehn Jahren tiefgelb blühende Rapsfelder auf der Baar gerade auch bei Wanderimkern aus dem Kaiserstuhl beliebt, meiden diese inzwischen die Nähe zu Rapsfeldern. Einst waren sie frei von Schädlingen und mussten nicht gespritzt werden. Raps gedieh auf der Baar ohne Schädlingsbekämpfung, und die Rapsblüten waren ideale Futterplätze für die Bienen. Doch damit scheint es vorbei zu sein.

"Alarmierend ist, dass man zurzeit schon wieder beobachten kann, dass junge, gerade erst geschlüpfte Bienen halblebig aus den Völkern getragen werden", sagt Bernd Möller, Kreisvorsitzender der Imker im Schwarzwald-Baar-Kreis. "Das kann nicht mit dem Wetter erklärt werden. Wohl aber mit der Nähe zu Rapsfeldern. Es ist auffällig, dass die Verluste auf der Baar mit den großen Rapsschlägen signifikant höher sind, als in den rapsfreien Randräumen." Wo früher die Bienenvölker enorm im Umfang zulegten, "müssen heute Spritzmittel eingesetzt werden, um den Rapsglanzkäfer einzudämmen", so Wolfgang Dietsche, Vorsitzender des Imkervereins Donaueschingen.

Johann Wirich schließlich, Vorsitzender des Imkervereins Baar-West aus Bräunlingen, beklagt ein zunehmendes Schadensbild. Von den 380 Bienenvölkern, die von seinem Verein betreut werden, sei im Winter die Hälfte, also 190 Bienenvölker, eingegangen. "Schon ab Ende August war ein langsames Siechtum festzustellen", sagt der engagierte Imker, dessen Familie schon in der dritten Generation Honig erzeugt und sich um Bienen kümmert. "Das ist eine völlig neue Entwicklung."

redimker, 28.02.2011

Thema: k.D.

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Leser-Beiträge

* Vorschlag
(Von: Webuser:GH am 28-02-2011 08:01:54)    Antwort   
Könnte man den Betreibern der Biogasanlagen nicht vermitteln ein paar blühende Pflanzen rund um diese Anlagen anzubauen. Es muss doch nicht alles Beton sein. Ein halbwegs geschicker Marketingmensch kann daraus sogar viel PR rausholen und braucht nicht nur alles autistisch sauber aussehen lassen.


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