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Bienensterben in Österreich  (Archiv) 
Bienensterben auch in Österreich
2.500-3.000 Bienenvölker sind in Österreich betroffen.
Archiviert: 26.08.2008
Auch in Österreich sind etwa 2.500 bis 3.000 Bienenvölker innerhalb des ersten Halbjahrs 2008 zu Schaden gekommen. Wie in Deutschland gibt es starke Hinweise für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und der Anwendung bestimmter Pestizide zur Saatgutbeizung. Und während in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Slowenien dafür verantwortliche Saatgutbeizmittel inzwischen verboten sind, lassen Anwendungsverbote in Österreich auf sich warten.

Österr. Imker und Global 2000 machen nun mobil:


"Schon seit Jahren beobachten die österreichischen Imker in der Zeit rund um die Rapsblüte gehäuft auftretende Bienenverluste. Typisch dafür sind zuhauf krabbelnde und flugunfähige Bienen, die keine klassischen Bienenkrankheiten aufweisen, dafür aber eindeutige Symptome von Vergiftungen", berichtet Josef Stich, der Präsident des Österreichischen Erwerbsimkerbundes, Ende Juli 2008 im Rahmen einer Pressekonferenz von österreichischen Imkervertretern gemeinsam mit der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000. "Auch die Tatsache, dass die Schäden fast ausschließlich in agrarisch intensiv genutzten Gebieten beobachtet werden, legt einen direkten Zusammenhang mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nahe", so Stich weiter.

Auch in Slowenien trat im heurigen Frühjahr ein massives Bienensterben auf. Von einer beinahe Halbierung des Bienenbestands seit dem vergangenen Winter ist die Rede. Das slowenische Landwirtschaftsministerium hat deshalb in Anlehnung an Deutschland neonicotinoidhältige Saatgutbeizen für die Saatgutbehandlung von Mais und Raps verboten.
In Frankreich kam schon im Jahr 2003 eine vom französischen Landwirtschaftsministerium beauftragte Studie des Comité Scientifique et Technique (CST) zu dem Schluss, dass Imidacloprid für das weiträumige Bienensterben mitverantwortlich ist. In Frankreich gibt es daher Verbote für Imidacloprid, Fipronil und Clothianidin.

"In Österreich hat das Landwirtschaftsministerium bislang kein Einziges dieser Pestizide aus dem Verkehr gezogen", kritisiert der Umweltchemiker Helmut Burtscher von GLOBAL 2000. "Dabei ist spätestens seit 2004 die Gefährlichkeit dieser Pestizide bekannt, denn schon damals wurden sie nach einer umfassenden Untersuchung ihrer Wirkung auf Bienen in Frankreich verboten", so Burtscher. Der Präsident des Österreichischen Imkerbundes Josef Ulz ergänzt: "Vom Hersteller werden diese Pestizide allesamt als Bienen nicht gefährdend bezeichnet. Das zeigt, dass die Methoden mit denen die Bienengefährlichkeit von Pestiziden bewertet wird, unzureichend sind. Viel zu wenig berücksichtigt werden solche Pestizidwirkungen, die für die einzelnen Bienen zwar noch nicht tödlich sind, das Bienenvolk in seiner Gesamtheit aber so weit schwächen, dass es über einen längeren Zeitraum nicht mehr überlebensfähig ist."

*******

Daher fordern GLOBAL 2000 und die Österreichischen Imkerverbände:

- Aufhebung der Zulassung neonicotinoidhaltiger Saatgutbeizmittel mit sofortiger Wirkung.
- Sicherstellung, dass bei der Rapsaussaat Ende August kein mit Neonicotinoiden gebeiztes Saatgut zur Anwendung kommt.
- Auftretende Bienenverluste sind intensiv zu erforschen, die finanziellen Mittel hierfür müssen zur Verfügung gestellt werden.
- Eine objektive und unabhängige Darstellung von Untersuchungsergebnissen muss sichergestellt sein.
- Bienengefährliche Wirkstoffe dürfen in der EU nicht zugelassen werden. Österreich muss sich dafür einsetzen, das Kriterium "bienengefährlich" als Ausschlusskriterium in die EU Zulassungsverordnung mit aufzunehmen.
- Insbesondere müssen im Rahmen des Zulassungsverfahrens von Pestiziden subletale Effekte* stärker berücksichtigt werden.

*) Langzeitwirkung auf "Superorganismen" wie bspw. Bienenvölker, die das Bienenvolk in seiner Gesamtheit in seiner Leistungskraft schwächen.

Infos:
http://www.global2000.at/pages/bienensterben.htm

BumbleBee, 23.07.2008

Thema: Bienesterben

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PDF: StellungnahmeOesterrImker.pdf, Stellungnahme österr. Imker zu Bienenverlusten durch Insektizide in der Landwirtschaft.  StellungnahmeOesterrImker.pdf
Stellungnahme österr. Imker zu Bienenverlusten durch Insektizide in der Landwirtschaft. Weiter ...
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