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Clothianidin für Rapssaat wieder zugelassen  (Archiv) 
Clothianidin im Raps
Archiviert: 18.08.2008
Am 25. Juni 2008 setzte das BVL (Bundesamt f. Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) die Zulassung für mit Clothianidin vorbehandeltes Rapssaatgut wieder in Kraft.

Chronik: Im April 2008 begann das Bienensterben am Niederrhein - verantwortlich dafür: das Insektizid Clothianidin. * Am 15. Mai 2008 ordnete das BVL das Ruhen der Zulassung für acht insektizide Saatgutbehandlungsmittel an - darunter auch Rapssaatgut. * 24. Mai 2008: Verbot der Aussaat von mit Clothianidin vorbehandeltem Maissaatgut durch das BVL für vorerst sechs Monate.


Der Tod im Rapsfeld
Der Tod im Rapsfeld - geht das Bienensterben weiter?
Das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Deutschland) setzte am 25. Juni 2008 die Zulassung für mit Clothianidin vorbehandeltes Rapssaatgut wieder in Kraft, sofern das Insektizid mit einem zusätzlichen Haftmittel an die Rapskörner gebunden wird, damit kein Abriebstaub in die Umwelt eingebracht wird. Der Abriebwert der Rapsproben soll deutlich unter den Werten von Mais liegen (Julius Kühn-Institut, Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg).

Zudem bringen die bei der Rapsaussaat verwendeten Maschinen die Abriebstäube lediglich in den Boden ein, nicht aber in die Luft. Überdies sind die Wirkstoffmengen pro Hektar weit geringer als beim behandelten Mais.

Eine neuerliche Überprüfung, ob der Wirkstoff von der Pflanze aufgenommen wird und später in die Blüte gelangt, bestätigte die Ergebnisse der bereits vor zwei Jahren durchgeführten Untersuchungen. So gibt es lt. BVL keine Anhaltspunkte dafür, dass Nektar und Pollen der Rapsblüten ein Risiko für Bienen seien.

Fazit: Wie das BVL verlautet, sind daher die mit Maissaatgut aufgetretenen Probleme nicht auf Rapssaatgut übertragbar - und stützt sich dabei auf die Bewertung des Risikos durch das Julius Kühn-Institut, wonach keine Anhaltspunkte für eine mögliche Schädigung von Bienenvölkern vorliegen.

Dennoch empfiehlt das BVL als Präventivmaßnahme den Herstellern, auf den Verpackungen des vorbehandelten Rapssaatguts folgende Kennzeichnungen:

* Behandeltes Saatgut und Reste wie Bruchkorn und Stäube, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.

* Keine Ausbringung des behandelten Saatgutes bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s.

* Das behandelte Saatgut einschließlich enthaltener oder beim Sävorgang entstehender Stäube vollständig in den Boden einbringen.

* Die Ausbringung des behandelten Saatgutes sollte nicht mit pneumatischen Sägeräten (Saugluftsystemen) erfolgen, es sei denn, die Abluftführung ermöglicht die Ableitung von Stäuben in den Boden.

*****

Insektizid-Rückstände in Rapsblüten

Bereits im Juli 2006 verfasste Manfred Hederer (Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes) einen offenen Brief an das BVL (s.u.), in dem er darauf hinwies, dass Clothianidin in allen Pflanzenteilen, also auch in den Blüten enthalten ist.

"Clothianidin ist ein Neonicotinoid und wirkt bei Insekten durch die Unterbrechung der Reizweiterleitung im Nervensystem des Schädlings. [...] Bei den Zielobjekten des Pestizids wird die Nahrungsaufnahme bereits nach kurzer Zeit eingestellt und die Insekten sterben in der Folge ab. Die hohe Wirkungsstärke führt dazu, dass die Symptome bei Blattläusen bereits nach 15-30 Minuten nach der Aufnahme beginnen, bei der Weißen Fliege nach 1 Stunde. Auch wenn die Insekten erst nach 24 Stunden absterben - die Störung der Nahrungsaufnahme ist unumkehrbar und die Insekten versuchen nicht mehr, in das Blatt einzudringen. Diese Wirkungsweise gilt auch bei entsprechenden Konzentrationen des Mittels für andere Insekten, z.B. die Honigbiene."

"Langfristige Auswirkungen dieser für Bienen 'hoch giftigen' Substanz sind nach unserem Kenntnisstand überhaupt nicht geprüft worden."

Bis heute scheint es zu langfristigen Auswirkungen des Wirkstoffes keine Untersuchungen geben - ebensowenig in Bezug auf Schwächung der Bienenvölker, verminderte Widerstandsfähigkeit der Völker gegenüber Krankheiten und Schädlingen usw. in Zusammenhang mit Clothianidin.

Ein weiteres Problem liegt in der Halbwertszeit des verwendeten Insektengifts Clothianidin. Während von offizieller Seite derzeit von etwa 120 Tagen die Rede ist, nennt Bayer CropScience im "Clothianidin - Ecotoxicological Profile" (Pflanzenschutz-Nachrichten Bayer 56/2003, 26-58) eine Halbwertszeit von mehr als einem Jahr, nach kanadischen Untersuchungen sind es 990 Tage, die US Environmental Protection Agency schreibt von bis zu 1.150 Tagen. "Das New York State Department of Environmental Conservation, Bureau of Pesticides Management stellte an einem Versuchsstandort nach 25 Monaten einen so minimalen Abbau von Clothianidin im Boden fest, dass die Berechnung einer Halbwertszeit nicht möglich war!"

"Die Folgen des Bienensterbens sind nicht nur für uns Imker verheerend. Bienen sind auch für die Bestäubung vieler Kulturpflanzen in der Landwirtschaft extrem wichtig", so Manfred Hederer, Juli 2008. "Das Gift, das jetzt auf die Felder kommt, kann erneut große Schäden anrichten, auch wenn der Beize mehr Haftmittel beigemengt werden soll. Clothianidin und Imidacloprid bleiben auf dem Acker und jede neue Aussaat bringt mehr davon in die Umwelt."

Hören Sie im Folgenden ein Interview mit Susan Haffmans, der Projektkoordinatorin im Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN).

Quellen:
http://www.bvl.bund.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Clothianidin
http://www.bien-milb.de
http://www.pan-germany.org

BumbleBee, 30.06.2008

Thema: Bienesterben

Download-Info

Audio: Wiederzulassung_juni2008.mp3, Interview mit Susan Haffmans (PAN) zur Wiederzulassung von Clothianidin bei Rapssaat 2008  Wiederzulassung_juni2008.mp3
Interview mit Susan Haffmans (PAN) zur Wiederzulassung von Clothianidin bei Rapssaat 2008 Weiter ...
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PDF: offenerBrief2006_MHederer.pdf, Offener Brief an das BVL von Manfred Hederer (2006), ca. 311 KB  offenerBrief2006_MHederer.pdf
Offener Brief an das BVL von Manfred Hederer (2006), ca. 311 KB
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PDF: clothianidin_bcs.pdf, PDF zu Certrol(R) B von Bayer CropScience - ca. 85 KB  clothianidin_bcs.pdf
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